Fasend in Zell

Hoorig, hoorig, hoorig isch die Katz...
...und wenn die Katz nit hoorig wär, donn dät sie keine Misli fonge!

Schneckenhüslinarro
Narrenrat mit Bändelenarro

Gleich vier Narrengestalten sorgen bei der Zeller Fasend für ausgelassene Stimmung: die Bändele und Schneckenhüsli, die Spielkarten- und Welschkornnarros.

In der schwäbisch-alemannischen Fasnet zeichnen sich diese Häs durch ihr außergewöhnliches Material aus: Farbiges gerolltes Papier, Schneckenhäuser, Skat-Karten oder Maiskolbenblätter.

Höhepunkt der Zeller Fasend: Narrensprung am Turm

Am Storchenturm mitten im Zeller Städtle, Fasnachtssonntag, 14 Uhr: Der Zunftmeister der Narren hält die Erweckungsansprache für die Zeller Narros. Seit einem Jahr warten sie im Narrengrab des Turms auf ihre Befreiung. Dann entsteigt zur rhythmischen Musik der Stadtkapelle ein Narr nach dem anderen dem Narrengrab, manchmal mehr als 600 Hästräger: Der farbenprächtige Umzug beginnt.

Zuschauer aufgepasst

Im Takt zum Zeller Narrenmarsch hüpfen Hunderte Narros durch die Hauptstraße. Ihre Streckscheren zwicken so manchen Zuschauer, Saublooder - aufgeblasene Schweinsblasen - klatschen auf die Straße. Nach dem zweistündigen Umzug pulsiert das Städtle: Bis spät abends streifen die Narren durch die Gassen der Altstadt.

Richtig geschätzt?

Seit mehr als 120 Jahren gibt es die organisierte Fasend in Zell und manches Häs wird von Generation zu Generation vererbt. Jedes Kostüm ist von Hand genäht, die Holzmasken stammen meist von Schnitzern der Umgebung. Hätten Sie richtig geschätzt? Mit bis zu 4200 Schneckenhäusern oder gut 2000 Spielkarten schmückt sich ein Narro.

Die Umzüge der Zeller Narrenzunft sind am Fasend-Sonntag und Fasend-Dienstag um 14 Uhr. Über die närrischen Tage in Zell am Harmersbach informiert die Zeller Narrenzunft: www.narrenzunft-zell.de

Übrigens: Die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht wurde als einer der ersten schützenwerten Kulturgüter Deutschlands in die nationale Liste – Immaterielles Kulturerbe in Deutschland – aufgenommen.