Zeller Gemeinderat traf sich 2017 zu mehr als zwanzig Sitzungen

Günter Pfundstein dankte Bürgern für ihr großes Interesse

In seiner letzten Sitzung des Jahres 2017 traf der Zeller Gemeinderat noch einige Entscheidungen. Er beauftragte den Abriss der alten Musikschule am Untertor und lehnte eine Erhöhung der Friedhofsgebühren ab.


In der Nordracher Straße wird Platz geschaffen: Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Firma Kaiser aus Hofstetten mit dem Abriss des Musikschulgebäudes zu beauftragen. Eine Nebenbedingung beim Grundstücksverkauf an die Zeller Unternehmensgruppe Orbau war, dass das Objekt neben dem Untertorkeller bis zum 31. März 2018 entfernt ist. Los soll es mit den Arbeiten voraussichtlich im Januar gehen.

Keine Veränderung bei den Friedhofsgebühren

Ganz und gar nicht einig war sich der Gemeinderat bei einem anderen Tagesordnungspunkt. Ein Beschluss­entwurf stand zur Abstimmung, mit dem die Friedhofsgebühren im Schnitt um gut zehn Prozent erhöht werden sollten. Dem Entwurf zugrunde lag eine Neukalkulation – mit einem angestrebten Kostendeckungsgrad von etwa 50 Prozent. Es sei noch nicht nötig, die Gebühren zu erhöhen, ergriff Andrea Kuhn als erste das Wort. Der schlechte Kostendeckungsgrad stünde eher im Zusammenhang mit niedrigen Einnahmen durch weniger Sterbefälle als im Vorjahr, es sei auch jetzt schon recht teuer, in Zell zu sterben. Sybille Nock schloss sich an und verwies darauf, dass die Friedhofserweiterung die Kosten ebenfalls verändert hätten. Ludwig Schütze sah das Thema gleichermaßen als ein schwieriges an. Die Bürger verstünden nicht, dass im Trauerfall in die Tasche gegriffen würde. Er plädierte dafür, die Gebühren so zu gestalten, dass eine echte Wahlfreiheit für die Grabform, die man wirklich will, entstehe. Zum Hintergrund: Der bundesweite Trend in Sachen Bestattungen zeigt sich auch in Zell a. H. Das Verhältnis von Erd- und Feuerbestattungen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich Richtung Feuerbestattung verschoben (2012: 38/33; 2016: 55/21). In einer weiteren Wortmeldung verwies Hannes Grafmüller darauf, dass es wichtig sei, den Friedhof so zu strukturieren, dass er wieder zu einer Begegnungsstätte werden könne. Die Stadt habe die Kalkulation nicht selbst ausgestellt, gab er zu bedenken. Bevor es zur Abstimmung kam, erläuterte Bürgermeister Pfundstein, dass auf die jeweilige Laufzeit gerechnet, die Gebühren für die verschiedenen Grabformen nahezu identisch seien. Vorerst bleibt jedoch alles beim alten. Der Gemeinderat lehnte die Vorlage mit sechs zu acht Stimmen bei zwei Enthaltungen ab.

Elternbeirat pocht auf Dringlichkeit

Die Bürgerfrageviertelstunde wurde von schulischen Themen geprägt. Ewald Glatz, Vorsitzender des Elternbeirats des Ritter von Buß-Bildungszentrum meldete sich zu Wort. Er berichtete davon, dass im Elternbeirat viele Themen zum Wohle der Kinder angesprochen würden und bat den Gemeinderat darum, sich dieser Themen zu widmen und für die Realisierung »den ein oder anderen Euro in den Haushalt einzustellen«. Insbesondere die Situation an der verlegten Bushaltestelle am Bildungszentrum war ihm ein großes Anliegen. Bürgermeister Günter Pfundstein erwiderte, dass die Stadt bezüglich der Bushaltestelle bereits in Kontakt mit dem Landratsamt stehe und versicherte, dass bereits Mittel im Haushalt berücksichtigt werden. Gemeinderat Martin Teufel, der zugleich Schulleiter am Bildungszentrum ist, drängte ebenfalls auf eine zeitnahe Verbesserung der Situation.

Rund 840 Euro Spenden

Der Gemeinderat nahm Spenden förmlich an: Erlöse in Höhe von rund 45 Euro aus der Bewirtung beim Brennerfest durch die »Museumsfreunde«, knapp 600 Euro vom Flohmarkt des Kindergartens Villa Regenbogen und zweckgebundene 195 Euro von den »Lions« für das Projekt »Kindergarten Plus« in der »Villa Regenbogen«.
Rückblick auf das Gemeinderatsjahr 2017
Große Projekte hatte es in diesem Jahr zu stemmen gegeben. Um die Sachverhalte zu beraten und die nötigen Entscheidungen vorzubereiten, trafen sich der Gemeinderat und seine Ausschüsse mehr als zwanzig Mal. Zu den in der Bevölkerung besonders kontrovers diskutierten Themen, der konkreten Ausgestaltung der Sanierung der L94 und der Verkehrsregelung in der Kirchstraße, waren sehr viele Zuhörer in die Sitzungen gekommen, um sich aus erster Hand zu informieren. Bürgermeister Günter Pfundstein blickte zu Beginn der 21. und letzten Sitzung des Zeller Gemeinderats im Jahr 2017 zurück und dankte den Bürgern für ihr Interesse, da das ein Zeichen für eine lebendige Stadtgemeinschaft sei. Auch dem Gemeinderat galt sein Dank für die gute Zusammenarbeit im zurückliegenden Jahr. Fast immer hätte der Rat vollzählig getagt – keine Selbstverständlichkeit bei der Vielzahl von Terminen.
Das letzte Wort hatte am vergangenen Montag Hannes Grafmüller. Auch er blickte zurück auf ein arbeitsreiches Jahr und sprach insbesondere der Stadtverwaltung seinen Dank aus, die mit der Umsetzung von vielem beauftragt ist, was im Gemeinderat beschlossen wird. »Mitreden und mitwirken ist die Lösung«, fasst er zusammen. Das Projekt »Sanierung L94« sei eine große Bewährungsprobe in Sachen Kommunikation gewesen. Er erinnerte zudem an die Fortschritte in den Baugebieten Ziegelfeld und Unterer Hillig sowie der Neubelebung der Gasselhalde. Zum Schluss richtete er den Blick nochmals auf eines der am hitzigsten diskutierten Themen des Jahres, die Kirchstraße. Mit der Einbahnstraße und den verkehrsberuhigten Bereichen sei eine Lösung gefunden, die auf vielen Schultern ruhe. Seit Montag ist die Kirchstraße wieder stadteinwärts für den rechts auf die Hauptstraße einbiegenden Verkehr freigegeben.

Autor: Susanne Vollrath, Schwarzwälder Post