Zell 2030 ist nun hörbar und erlebbar

Zukunftsplakat zeigt Szenen der Stadt im Jahr 2030 – Die Zukunftsgeschichte ist seit Montag online

Das Forschungsprojekt »Zell 2030« hat nun seine eigene Geschichte. Das Zukunftsplakat »Mein Städtle« zeigt Szenen, wie sich Zell am Harmersbach in 12 Jahren darstellen könnte. Die Zukunftsgeschichte ist seit Montag auch hör- und erlebbar. Auf der Home­page der Stadt Zell unter www.zell.de, Rubrik Bürgerforum, wird die Geschichte lebendig erzählt und mit Bildern ergänzt. In 18 Minuten und 28 Sekunden kann man miterleben, welche Ideen und Szenarien von den Kleinstadtpionieren in den zurückliegenden Monaten entwickelt wurden.


Seit 2016 ist Zell am Harmersbach eine von bundesweit acht Städten, die am Forschungsprojekt »Potenziale peripherer Kleinstädte« teilgenommen haben. Seither haben eine Reihe von Zusammenkünften stattgefunden, die im November 2017 mit der vierten und letzten Szenario-Werkstatt in der Mensa des Bildungszentrums Ritter von Buß zu Ende gegangen sind.

Entstanden ist dabei das Szenario Zell am Harmersbach 2030, das die Diskussionen und Ideen der Bürgerbeteiligung zusammenfasst. Auf mehreren Stellwänden im Rathausfoyer wird das Ergebnis nun dargestellt und erläutert. Dort ist auch ein Bildschirm aufgebaut, an dem man die vertonte und visualisierte Geschichte hören und anschauen kann. Radiosprecherin Yvonne Blum von Radio Regenbogen hat die Geschichte »Mein Städtle« mit angenehmer Stimme gesprochen. Auch über die Homepage der Stadt Zell kann die Zukunftsgeschichte aufgerufen werden.

Die Geschichte ist frei erfunden

Die Zukunftsgeschichte und das Zukunftsplakat dienen der Veranschaulichung der Ideen und zeigen Möglichkeiten der Entwicklung auf. Die Geschichte ist frei erfunden. Sie ist nicht als abschließendes Strategie- oder Handlungskonzept zu verstehen, sondern muss in entsprechende Konzepte übersetzt oder mit ihnen verbunden werden. Einzelne Inhalte stehen vielmehr für grundsätzliche Ziele, Handlungsfelder und mögliche Maßnahmen.

Die Geschichte »Mein Städtle« wagt einen Blick in die Zukunft: Es ist Samstag, 4. Mai 2030, 11.30 Uhr. Die Sonne scheint. Vor 14 Jahren haben wir, die Zeller, über die Zukunft vom Städtle, über unsere Zukunft nachgedacht. Unzählige Ideen, Wünsche und Zukunftsbilder sind entstanden. Und heute? Was ist daraus geworden?

Zell am Harmersbach in vier Szenen

Die Zukunftsgeschichte, wie sie nun nachgelesen und angehört werden kann, gliedert sich in vier verschiedene Szenen. Kernthemen sind das Städtlekaufhaus, der Rund­ofen, die Zellteilung und der Sportpark. Geschildert wird eine lebendige und lebenswerte Stadt, in der sich Einheimische und Gäste gleichermaßen wohlfühlen.

Szene 1: Zell ist als Einkaufsort erlebnisreich und spannend. Auch die Verkehrsströme sind entflochten. Die Hauptstraße ist seit fünf Jahren elektro- und muskelbetriebenen Fahrzeugen vorbehalten. Der Shopping-Shuttle-Schnurr ermöglicht umweltfreundliches und verkehrsentlastendes Einkaufen.

Szene 2: Der sanierte Rundofen ist ein beliebtes Ziel für Gruppen und Familien. Die Hahn- und Henne-Erlebniswelt zählt im Jahr 2030 den einmillionsten Besucher. Es funktioniert mit dem Tourismus in Kombination von Geschichte, Kultur, Natur und Kleinstadtflair. Zeller Gemütlichkeit, regional und nachhaltig, ist zu einer Marke geworden.

Szene 3: Das langgestreckte ehemalige Keramikgebäude beherbergt die Zellteilung. Hier werden Wissen, Arbeit, Räume, Technik und Mahlzeiten geteilt. Handwerksunternehmen, Kreativwirtschaft und StartUps bilden hier die Arbeitswelten der Zukunft. In den Städten sucht man noch die Work-Life-Balance, in Zell lebt man bereits die Life-Life-Balance.

Szene 4: Der Sport-Park Zell und das angrenzende Fünf-Sterne-Sportressort sind weitere Eckpfeiler von Zell 2030. Selbst RB Leipzig bereitet sich im Sportpark auf das CL-Finale vor. Mountainbiker und Trail-Läufer finden hier alles, was sie für ihren Sport brauchen.

Ein attraktiver Sportpark, starke Vereine und eine engagierte Jugend waren die anderen wichtigen Ziele in den Szenariowerkstätten. Und dann gab es noch die Idee des Vereinsforums, ein Dach, unter dem sich alle Vereine zusammenfinden sollten. Alle sind sich einig, dass die Vereine das Sozialkapital der Stadt Zell sind, die Brücke zwischen Tradition und Wandel, Vergangenheit und Zukunft, zwischen Jugend und Alter. Im Jahr 2030 machen das Haus der Vereine und das Vereinsforum die Vereine stark und modern.

Die Zukunftsgeschichte zum nachlesen (556 KB)

Szenarioprozess zum nachlesen (9 MB)

Hier geht es zum Youtube Link der Zukunftsgeschichte

Jugendaktion am Fasend­dienstag im Städtle
»Nun ist es wichtig, dass ers­te Projekte schnell umgesetzt werden«, betont Geschäftsführer Daniel Lehmann von der Firma AgilEvent, die an der Seite der Stadt Zell und der Hochschule Neubrandenburg das Forschungsprojekt vor Ort begleitet. Eine Jugendaktion steht bereits am Fasenddienstag bevor. An einer Schirmbar wird der Jugendgemeinderat auf sich und auf Jugendthemen aufmerksam machen. Ein spannendes Projekt ist bereits in Vorbereitung: Begleitend zur Fußball-WM im Sommer 2018 soll ein Playstation-Turnier organisiert werden.

Andere Projekte, die zeitnah umgesetzt und angepackt werden können, sind unter anderem das Kulturdenkmal Wäschkuchi, Mitfahrbänkle, Open-Air-Kino 2018, Patenschaften für Grünanlagen, Wirtschaftsfördertag, Zellteilung Zeller teilen oder das Eingangsportal historischer Bahnhof Zell. Es gibt viele Ideen und Projekte, die sich in den Szenariowerkstätten entwickelt haben.

»Das Ergebnis ist schon jetzt ein Erfolg«, zog Bürgermeister Günter Pfundstein bei der vierten Szenariowerkstatt ein positives Fazit. Ein Zukunftsbild wurde gezeichnet und eine Geschichte erzählt. Mit einer Bilanzwerkstatt Anfang Juli 2018 geht das bundesweite Projekt für die acht Kleinstädte offiziell zu Ende. Darüber hinaus, so Bürgermeister Pfundstein, müsse der begonnene Weg konsequent weitergeführt werden: »Engagierte Bürgerinnen und Bürger sind gefragt mitzuarbeiten. Wir gestalten unsere gemeinsame Zukunft hier in Zell am Harmersbach.«

Autor: Hanspeter Schwendemann, Schwarzwälder Post