Wechsel an der Spitze des Zeller Betriebshofs

Der städtische Dienstleistungsbetrieb befindet sich im Wandel: Erwin Pfaff geht in wenigen Wochen in Rente, Matthias Fritsch wird sein Nachfolger

In einigen Wochen geht Erwin Pfaff als Leiter des Zeller Betriebshofs in Rente. Die Suche nach einem Nachfolger war erfolgreich. Matthias Fritsch hat das Rennen gemacht. Er setzte sich gegen sieben weitere Bewerber durch.


Seit 1. August läuft die Einarbeitungszeit, in der Erwin Pfaff seinem Nachfolger noch »so viel Wissen wie möglich mit auf den Weg« geben will. Nicht alles, was in den Aufgabenbereich des Betriebshof gehört, ist auf den ersten Blick ersichtlich. Im Moment sei eine eher ruhige Phase, in der man sich gut einen Überblick über den Zuständigkeitsbereich machen könne. Alter und neuer Betriebshofleiter sind deshalb aktuell meistens gemeinsam unterwegs, erkunden das Stadtgebiet und tauchen in die Arbeitsabläufe ein.

Spezialgebiet: überall

Jeder Morgen beginnt mit einer Dienstbesprechung im Gebäude des Betriebshofs hinter dem Feuerwehrhaus. Dort befinden sich Büro- und Sozialräume sowie das Materiallager. Sobald die Mitarbeiter ihren Tagesaufgaben nachgehen, ist für die Chefs die Vorbereitung der nächsten Tage dran. Oft genug kommt im Laufe des Tages aber auch etwas dazwischen. Dann ist Flexibilität gefragt. Die Prioritäten müssen neu gesetzt, Mitarbeiter unter Umständen anders eingeteilt werden. Besonders reizvoll sei das Gewerke übergreifende Aufgabengebiet, sagt der neue Chef Matthias Fritsch. Der erfahrene Erwin Pfaff merkt sofort ergänzend an: »Unser Spezialgebiet: überall!«

17 Hektar Grünflächen, mehr als 60 Kilometer Gemeindestraßen, mehr als 70 Kilometer Wasserleitungen, 17 Spielplätze und acht Wassertretstellen wollen Instand gehalten, 20 Mitarbeiter geführt werden. Viele Sicherheitsaspekte im öffentlichen Leben fallen ebenfalls in das Aufgabengebiet des Betriebshofes: die regelmäßige Kontrolle der Spielplätze, der Winterdienst, Verkehrssicherungspflichten etwa. Genauso aber die Vorbereitungen für die Feste und die dafür erforderliche Umleitungsbeschilderung, das Aufhängen der Fahnen bei besonderen Ereignissen und nicht zuletzt der Auf- und Abbau der Stände für den Städtlemarkt. Der allein, so ist von Erwin Pfaff zu erfahren, nimmt alles zusammengenommen im Jahr gut sechs Wochen Arbeitszeit in Anspruch.

Neue Struktur

Veränderungen stehen indes nicht nur in personeller Hinsicht an. Der Betriebshof soll sich mehr und mehr in einen noch stärkeren Dienstleistungsbetrieb für die Bürger wandeln. Die verschiedenen Fachbereiche Bauhof, Gärtnerei, Wasserversorgung und Schwimmbad wurden im April 2016 in eine gemeinsame Struktur überführt und sind seitdem im neuen Betriebshof gebündelt. Die Hausmeisterdienste und das Gebäudemangement für städtische Bauten sollen ebenfalls eng mit dem Betriebshof zusammen arbeiten, damit die Koordination der anstehenden Aufgaben bestens erfolgen kann. Die Stadtverwaltung verspricht sich davon optimierte Betriebsabläufe aus einer Hand. Auch eine Teilzeitstelle für eine Bürokraft, die die Arbeiten im Betriebshof vor Ort nun verwaltungsseitig unterstützt, wurde kürzlich geschaffen. Damit entfallen viele Dienstgänge, die Betriebshofleiter Erwin Pfaff zuvor nahezu täglich ins Stadtbauamt führten.
Bürgermeister Pfundstein sieht den Betriebshof als verlängerten Arm der Stadtverwaltung, wenn es um technische Lösungen geht: »Der Betriebshof ist ein Dienstleistungs­betrieb zur Pflege und zum Erhalt der städtischen Straßen, Wege, Plätze und Einrichtungen – kurzum für die gesamte öffentliche Infrastruktur.«

Maurermeister und Betriebswirt

Matthias Fritsch strahlt in seinem neuen Job. »Die Mitarbeiter sind sehr offen«, freut er sich. Er habe nicht das Gefühl, fehl am Platz zu sein. Die neuen Strukturen weiterzuentwickeln wird eine seiner Hauptaufgaben sein. Den Service für die Bürger zu verstärken eine andere. Vor dem Wechsel zur Stadt war er 16 Jahre lang bei Hansmann Bau beschäftigt, zuletzt als Bauleiter. 2010 legte er seine Meisterprüfung ab, 2015 ist er über die Handwerkskammer Betriebswirt geworden. Matthias Fritsch ist 32 Jahre alt, lebt mit seiner Familie in Biberach und ist zweifacher Vater. Wenn Bürgermeister Günter Pfundstein an die Bewerbungsrunde zurückdenkt, sagt er: »Sein hervorragender Hintergrund hat uns überzeugt«.
Erwin Pfaff freut sich indes schon auf seinen Ruhestand, der auch wirklich ein Ruhestand werden soll. Der langjährige Betriebshof-Chef ist sich sicher, dass es mit zehn Enkelkindern, von denen fünf im Haus leben, bestimmt nicht langweilig wird.

Autor: Susanne Vollrath, Schwarzwälder Post