Gasthaus »Linde« wird Jugendtreff

Rege Diskussion im Jugendgemeinderat führt zu gutem Ende:

In Zell ist für Jugendliche so gut wie nichts geboten. Das war das Fazit von Isabella Uhl (Jugendgemeinderat) mit Blick auf die aktuelle Situation hinsichtlich Freizeitaktivitäten, die außerhalb des organisierten Vereinslebens stattfinden. Nach dem einstimmigen Willen des Gemeinderats soll sich das nun ändern. In seiner Sitzung am Montag fiel der Startschuss für einen neuen, offenen Jugendtreff in den Räumen des ehemaligen Gasthauses Linde.


»Die ›Linde‹ ist der richtige Ort«, sagte Bürgermeister Günter Pfundstein, nachdem Albert Heizmann (Sozialarbeiter) und Isabella Uhl das Projekt vorgestellt hatten. Es hätte rege Diskussionen im Jugendgemeinderat gegeben und auch Haushaltsmittel stünden bereits bereit. Das Stadtoberhaupt erklärte weiter: »Ich glaube, da sind die richtigen Leute an der richtigen Stelle«.

Mit der Hilfe eines Videos erklärte Heizmann zuvor den generellen Ansatz der offenen Jugendarbeit. Die Erlebnisräume von Jugendlichen seien oft von Misserfolgserlebnissen geprägt, war unter anderem darin zu erfahren. Offene Jugendtreffs können die Kids ohne irgendwelche Teilnahmevoraussetzungen besuchen. Dort ist es ihnen möglich, positive Erfahrungen zu sammeln. Heizmann blickte auch zurück auf das letzte Jahr, in dem mit der Schließung des »Jailhouse« das Zentrum der offenen Jugendarbeit weggefallen ist. Selbst wenn er das nur zum Teil nachvollziehen konnte, gab er zu: »Das Haus wurde von der Jugend nicht mehr wahrgenommen.« Immer weniger Besucher mit sinkender Aufenthaltsdauer seien zu verzeichnen gewesen.

Mit der »Linde« soll nun ein Neustart her. Das Ziel: Bildungsarbeit, Kulturarbeit, Integrationsarbeit und die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls der Jugendlichen. Die Grundausstattung für einen funktionierenden Jugendtreff ist dort schon vorhanden. Der Gastraum soll für die offene Jugendarbeit und Events genutzt werden und darüberhinaus auch anderen Organisationen aus dem Gemeinwesen zur Verfügung stehen.
Im Keller entstehen Aktionsräume.

Der Gemeinderat Ludwig Schütze nutzte die Gelegenheit an die Geschichte des Jugendtreffs zu erinnern, in der aufgrund von Finanzierungsproblemen in früherer Zeit die Stadt Zell die Vergnügungssteuer eingeführt hatte. Sie sei eigentlich für die Jugendarbeit gedacht. Es gelte nun »mit Schmackes ran« zu gehen. »Besser gestern als heute«, schloss er sein Statement.

Autor: Susanne Vollrath, Schwarzwälder Post