Stadt Zell erneuert kontinuierlich die Trinkwasserversorgung

aus dem Gemeinderat

Die Stadt Zell investiert kontinuierlich in die Trinkwasserversorgung. Zur Durchführung aller Maßnahmen nimmt der Eigenbetrieb der Stadt Zell in den Jahren 2017 und 2018 knapp zwei Millionen Euro Darlehen auf. Dies wird sich auch auf den Wasserpreis auswirken, der mit 1,81 Euro je Kubikmeter seit dem Jahr 2008 stabil ist. Für das Jahr 2019 kündigte Rechnungsamtsleiter Klaus Kammerer eine Neukalkulation der Wassergebühren an.

Einstimmig befürwortet wurde vom Gemeinderat die Jahresrechnung 2017 des Wasserversorgungsbetriebes. Dieser hat auf der Aktiv- und Passivseite ein Volumen von 3,44 Millionen Euro. Die verkaufte Wassermenge ist im zweiten Jahr in Folge zurückge­gangen. Insgesamt wurden 402.855 Kubikmeter verkauft, vor zwei Jahren waren es noch 417.617 Kubikmeter. Während der Verbrauch der privaten Haushalte letztes Jahr um 700 Kubikmeter leicht gestiegen ist, hat die Industrie rund 6.100 Kubikmeter weniger Wasser verbraucht.
Entsprechend sind die Kosten für den Wasserbezug von der Kleinen Kinzig um 9481 Euro auf 116.535 Euro gesunken. Gesunken ist die Aufwendung für Rohrbrüche. Um 35.500 Euro sind die Leistungen des Betriebshofs für den Wasserversorgungsbetrieb auf 153.832 angestiegen. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen auf 103.259 Euro. Die Abschreibungen betrugen im vergangenen Jahr 127.023 Euro, die Zinsaufwendungen 41.184 Euro.

Das Eigenkapital erhöht sich auf knapp 1,4 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalausstattung von 40,71 Prozent entspricht (Vorjahr 48,08 Prozent). Der Schuldenstand betrug zum Jahresende 1,523 Millionen Euro. 570.000 Euro neue Kredite wurden aufgenommen. Gleichzeitig betrug die ordentliche Kredittilgung 140.227 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist von 137 auf 188 Euro gestiegen. Der Bilanzgewinn 2017 beträgt 41.796 Euro. Als Konzessionsabgabe fließen 65.612 Euro in die Stadtkasse.

Weiteres Darlehen in Höhe von 1,4 Millionen Euro

Rechnungsamtsleiter Klaus Kammerer kündigte an, dass eine Neukalkulation der Wassergebühren ab dem Jahr 2019 unumgänglich sei. Der Wasserpreis in der Stadt ist seit dem Jahr 2008 mit 1,81 Euro je Kubikmeter stabil. Im Jahr 2017 lag der kostendeckende Wasserpreis bei 1,68 Euro je Kubikmeter.

Nun aber stehen erhebliche Investitionen in die Erneuerung der Wasserleitung in Unterharmersbach an. Deshalb benötigt der Eigenbetrieb einen weiteren Kredit in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Das Geld wird bei der L-Bank zu einem Zinssatz von 1,67 Prozent aufgenommen und ist 30 Jahre fest.

Kammerer kündigte an, dass in den nächsten Jahren noch weitere erhebliche Investitionen, unter anderem in die Hochbehälter Wälderloch und Hochfirst anstehen. Im Jahr 2018 werde der erwirtschaftete Gewinn voraussichtlich noch einmal deutlich zurückgehen.

Bauarbeiten in Unter­harmersbach laufen gut

Betriebshofleiter Matthias Fritsch und Wassermeister Daniel Uhl unterlegten das Zahlenwerk mit aktuellen Bildern und Informationen. Erster bestätigte, dass die Arbeiten in Unterharmersbach gut laufen und von den durchführenden Bauunternehmen eine gute Arbeit geleistet werde. Mehrmals täglich seien die Verantwortlichen draußen vor Ort, um alle Detailfragen zu klären. Wassermeister Daniel Uhl informierte den Gemeinderat zunächst über Arbeiten
am Löcherberg-Quellschacht. Hier wurden rund 28.000 Euro investiert. Die Schüttung der Lehmanns-Quelle und der Löcherberg-Quelle beträgt im Winterhalbjahr bis zu 17 Sekundenlitern. Davon kann die Stadt 11 Sekundenliter nutzen.
Auf dem Keramikareal wurde die Wasserversorgung in Eigenleitung aufgebaut. Bei der Kaffeebrücke wurde zur Unterquerung des Harmersbachs ein Düker eingebaut. In Unterharmersbach wurden nicht nur in der Hauptstraße sondern auch zum Rathaus, im Mühlweg und in der Sportstättenstraße neue Wasserleitungen verlegt. Das Rathaus wurde neu angeschlossen und die Feuerwehr verfügt nun über einen Hydranten. »Die Versorgungssicherheit wurde erhöht«, überschrieb Wassermeister Uhl die vielfältigen Investitionen.

Autor: Hanspeter Schwendemann