Entwicklungskonzept »Zell 2030« als Grundlage für künftiges Handeln

Abschlussveranstaltung in Berlin beendet das Forschungsprojekt offiziell – Bürgermeister Pfundstein: »Zell a. H. soll eine Kleinstadt mit Zukunft bleiben«

Mit der Abschlussveranstaltung in Berlin ist das Forschungsprojekt »Potenziale peripherer Kleinstädte« offiziell zu Ende gegangen. Gleichzeitig wurde dabei angekündigt, dass der Bund die Kleinstadtforschung weiterführt. Als Anlaufstelle soll eine »Kleinstadt-Akademie« eingerichtet werden. Auch der Prozess »Zell 2030« soll verstetigt werden. Im Stadtmarketing-Ausschuss und in sechs Arbeitsgruppen sollen die Entwicklungsziele weiterverfolgt und umgesetzt werden.

»Es war ein großes Glück, dass die Stadt Zell an diesem Forschungsprojekt teilnehmen konnte«, zieht Bürgermeister Günter Pfundstein eine insgesamt sehr positive Bilanz. Sein Dank gilt allen voran den Geschäftsführern Daniel Lehmann und Kai Broweleit von AgilEvent, die den Impuls zur Teilnahme gegeben und dann auch den Prozess begleitet haben. Sein Dank gilt aber auch allen Zeller Bürgern, die in den zurückliegenden drei Jahren intensiv an dem Projekt mitgearbeitet haben.

Abschlussbericht liegt vor

»Unter dem Begriff Zell 2030 haben wir ein städtebauliches Konzept erarbeitet, das als Richtschur für unser künftiges Handeln dienen wird«, betont Bürgermeister Pfundstein. In einem umfassenden Abschlussbericht sind die Ergebnisse des Forschungsprojekts dokumentiert. Eine 18-minütige Geschichte und eine Grafik veranschaulichen die erarbeiteten Visionen von »Zell 2030«.

Nicht zuletzt habe die Zusammenarbeit mit den acht beteiligten Kleinstädten den Blick über den eigenen Tellerrand ermöglicht, so Bürgermeister Pfundstein. Auch die guten Kontakte zu den Ministerien könnten für die künftige Arbeit sehr hilfreich sein. Der Name der Stadt Zell wurde bis nach Berlin getragen. Bürgermeister Pfundstein berichtet, dass Professor Peter Dehne bei der Eröffnung der Abschlussveranstaltung in Berlin die Aktivitäten in Zell hervorgehoben habe. Die Einrichtung eines Bürgerforums in der ehemaligen Metzgerei Meier sei ein besonderes Highlight gewesen.

Auch finanziell gesehen sei die Teilnahme an dem Forschungsprojekt für die Stadt Zell ein Gewinn gewesen. Rund 70.000 Euro der Kosten wurden vom Bundesministerium getragen.

Die Arbeit beginnt jetzt erst

»Der Prozess soll nicht stoppen. Die Arbeit beginnt jetzt erst so richtig«, betont Geschäftsführer Daniel Lehmann, der gemeinsam mit Bürgermeister Pfundstein und Hauptamtsleiter Ludwig Börsig an der Abschlussveranstaltung in Berlin teilgenommen hat. Jetzt gelte es weiter daran zu arbeiten, welche Themen in Zell wichtig sind, welche umgesetzt werden sollen und welche finanzierbar sind. 14 schnelle Projekte wurden teilweise schon verwirklicht. Ein Schwerpunkt liege weiterhin auf der Einbindung der Jugend. »Zell 2030« werde in dem Handlungskonzept greifbar gemacht.

Auch für Bürgermeister Pfundstein hat die Verstetigung des Prozesses nun obers­te Priorität. Gebildet wurden sechs Arbeitsgruppen, die sich mit den Themenfeldern Wirtschaft, Tourismus und Kultur, Innenstadt und Handel, Wohnen und Lebensqualität sowie Vereine und Jugend befassen. Die Arbeit in diesen Gruppen soll fortgesetzt werden. Die weiteren Gremien sind der Stadtmarketingausschuss und letztlich der Gemeinderat und die Verwaltung.

Eine besonders wichtige Rolle spielt das Kompetenzteam Verkehr. Das in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Kappis erarbeitete Handlungskonzept wird noch vorgestellt. Wichtiges Ziel sei es nach wie vor, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern. In Sachen Verkehr müsse man langfristig denken. Es werde in Zell keine Umgehungsstraße und keinen Tunnel geben, stellte Bürgermeister Pfundstein klar. Aber mit Bypass-Lösungen könnte die Innenstadt entlastet werden. Im Zuge der Rathaussanierung sei es denkbar, dass die Hauptstraße im Stadtkern – ähnlich wie im Nachbarort Biberach – gepflastert und damit aufgewertet werde. Dieser Kernbereich könnte sich in die Kirchstraße hinein fortsetzen.

Einwohnerversammlung im November

Zum Auftakt des Forschungsprojekts haben im Juni 2016 über 400 Bürger an einer Einwohnerversammlung in der Ritter-von-Buß-Halle teilgenommen. Zum Abschluss soll es im November 2018 nun wieder eine Einwohnerversammlung geben. Auch dort sollen die Bürger die Möglichkeit erhalten, sich in einem »Open Space« aktiv zu beteiligen.
»Zell am Harmersbach soll eine Kleinstadt mit Zukunft bleiben, wo man gerne wohnt, lebt und arbeitet«, nennt Bürgermeister Günter Pfundstein als Ziel, das über allem gemeinsamen Handeln steht.

Autor: Hanspeter Schwendemann. Schwarzwälder Post

(created on 05. July 2018)