Zeller Tannenbaumstädtle soll wieder schöner werden

Großer Tannenbaum auf dem Platz des ehemaligen Mammutbaums bei der Volksbank – Auch die Mitglieder des Handels- und Gewerbevereins sind gefordert

Auf Antrag der Grünen Liste Zell und der SPD-Fraktion befasste sich der Zeller Gemeinderat mit dem Thema Tannenbaumstädtle.

In der öffentlichen Sitzung am Montagabend wurde beschlossen, dass auf dem Platz des ehemaligen Mammutchristbaums zu Weihnachten 2019 ein großer Tannenbaum aufgestellt werden soll. Mit Nachdruck sollen auch der Handels- und Gewerbeverein sowie das Stadtmarketing daran arbeiten, dass die Bäumchen an den Hausfassaden wieder lückenlos installiert und besser beleuchtet werden.

Licht in die dunkle Jahreszeit bringen

»Das Aushängeschild lässt zu wünschen übrig«, stellte Gemeinderat Ludwig Schütze fest. Dafür sei nicht nur der Verlust des Mammutbaums verantwortlich, sondern auch das Fehlen eines großen Tannenbaums vor dem Rathaus. Auch die kleinen Tannenbäumchen an den Hausfassaden seien oft nur noch lieblos mit einem LED-Netz geschmückt. Ludwig Schütze forderte dazu auf, wieder mehr Licht in die dunkle Jahreszeit zu bringen. Um den Zustand zu verbessern, solle die Stadt als Vorbild vorangehen und mitten in der Stadt wieder einen großen Tannenbaum aufstellen. Landauf, landab würden große Weihnachtsbäume vor den Rathäusern stehen. Ludwig Schütze lobte die Initiative im Nachbarort Biberach, wo das Dorf mit Kerzen konsequent geschmückt werde.

Gemeinderat Martin Teufel bekräftigte den gemeinsam gestellten Antrag und berichtet, dass mehrere Bürger und auch Gäste den schlechten Zustand des Tannenbaumstädtles beklagt haben. Es fehle nicht nur der Mammutbaum, sondern auch ein ansehnlicher Christbaum vor dem Rathaus.

Stadt Zell unternimmt große Anstrengungen

»Zunächst ist es schön zu sehen, dass das Tannenbaumstädtle immer noch emotional berührt«, stellte Bürgermeister Pfundstein fest. Er informierte über die großen Anstrengungen der Stadt in der Vorweihnachtszeit und betonte, dass der große Weih­nachtsbaum vor dem Rathaus bereits vor seiner Amtszeit nicht mehr aufgestellt wurde.

Die Bestandsaufnahme verdeutlichte den Umfang der Maßnahmen. Der Betriebshof stellt vor Weihnachten insgesamt 14 große Bäume in der Kernstadt und in den Ortsteilen auf. 16 Bäume werden beleuchtet. Außerdem werden zur Weihnachtsdeko­ration sieben Inseln mit Nordmanns­tannen, Deko und Beleuchtung gerichtet und aufgestellt. An die Geschäfte des Handels- und Gewebevereins werden 130 kleine Nordmannstannen verteilt, für die der Verein einen Kostenersatz von 750 Euro bezahlt. 30 weitere Bäume werden an verschiedenen städtischen Gebäuden angebracht.

Die Gesamtkosten für die Stadt für die Weihnachtsdekoration belaufen sich auf rund 17.000 Euro. Davon entfallen 3.800 Euro auf den Kauf der Bäume. Die rund 230 Arbeitsstunden des Betriebshofs schlagen mit 12.000 Euro zu Buche. Für externe Dienstleister müssen rund 2.000 Euro ausgegeben werden.

Kritik gab es von Bürgermeister Pfundstein an jenen Geschäften, die die vom Betriebshof gelieferten Tannenbäume nicht installieren oder zweckentfremdet sogar im privaten Bereich aufstellen. Pfundstein forderte dazu auf, die gesamte Energie dafür zu verwenden, dass alle Bäume künftig wieder das Tannenbaumstädtle schmücken. Alle seien gefordert, bei dieser nicht leichten Überzeugungsarbeit den Betriebshof bzw. das Stadtmarketing zu unterstützen.

Beengte Situation vor dem Rathaus

Gegen die Aufstellung eines großen Baumes vor dem Rathaus spreche die beengte Situation. Außerdem wurde vor dem Rathaus ein Kunstwerk der Zeller Kunstwege fest installiert. Durch die starke Zunahme der Besucherzahlen zum Silvesteraufmarsch sei von einem großen Tannenbaum vor dem Rathaus ebenfalls abzuraten. Man denke sogar darüber nach, zu diesem Ereignis eine zweite Bewirtungshütte aufzustellen.

Nicht zuletzt soll im Herbst 2019 mit der Rathaussanierung begonnen werden, was dagegen spricht, an dieser Stelle einen großen Baum zu platzieren. Sofern nach der Rathaussanierung ein niveaugleicher Ausbau der Straße und des Gehwegs – einschließlich der Kirchstraße – erfolgt, könne über die Gestaltung zu Weihnachten neu nachgedacht werden.

Bei der Aussprache betonte Bürgermeister Pfundstein, dass er sich dem Wunsch nach einem größeren Baum nicht verwehren wolle. Auf Anregung von Gemeinderätin Brigitte Stunder war auch schnell ein Kompromiss gefunden. Sie betonte, dass der Platz bei der Volksbank eine gute Alternative sei. Dieser soll nach dem Beschluss des Gemeinderats zu Weihnachten 2019 dort aufgestellt werden. Außerdem wurde gefordert, dass die Stadt und der Handels- und Gewerbeverein mit Nachdruck das Erscheinungsbild des Tannenbaumstädtles verbessern sollen.

Autor: Hanspeter Schwendemann, Schwarzwälder Post