Krippenkunst aus aller Welt im Weihnachtshof

Große Ausstellung in Unterharmersbach startet bald

In den Scheuern des Fürstenberger Hofs sieht es aus wie in einer riesigen Himmelswerkstatt. Das Jesuskind ist allgegenwärtig: mal in der einfachen Futterkrippe, mal in kostbare peruanische Gewänder gehüllt, mal auf feinsten Daumen gebettet, mal in einem orientalischen Palast. Es ist wieder Krippenzeit im Weihnachtshof.

Wahre Schätze internationaler Krippenkunst von größtem Wert aus der ganzen Welt sind demnächst wieder im Fürstenberger Hof Unterharmersbach zu sehen. „Die 300 kostbarsten Perlen internationaler Krippenkunst“ sind die wertvollsten Krippen aus der Sammlung des international angesehenen Volkskundlers Professor Hans-Jürgen Rau. Persönlich hat er in 90 Ländern der Erde seine Krippen ausgesucht und erworben. Seine Witwe Renate Rau und ihre Tochter Ina-Isabella Ohlemüller-Rau haben diese zur Verfügung gestellt. 
Mittelpunkt der Ausstellung ist die 40 Quadratmeter große hebräische Landschaftskrippe, die vor 35 Jahren von der Stadt Paris in Auftrag geben und vor dem Pariser Rathaus aufgebaut wurde. 
Sie wurde 1986/87 von spanischen Künstlern, dem Szenisten  Fernando Cruz-Avalos und dem Modelleur Jose Luis Mayo Lebrija, mit historischen Szenen des hebräischen Lebens zur Zeit Jesu entworfen und gebaut. Im Volksmund bekam sie den Namen La Grande Créche de Madrid. 

Traditionell werden auch wieder Schwarzwald-Krippen ausgestellt. Der einheimische Krippenkünstler Karl-Erich Schätzle mit seinem als Krippe perfekt nachgebauten Fürstenberger Hof mit all seinen Nebengebäuden darf natürlich nicht fehlen. Die 1888 von Bäcker- und Müllermeister Bernhard Welle, Ururgroßvater der heutigen Besitzerin der Bäckerei „Ochsenmühle“ erbaute und ausgestellte Krippe war damals wie heute eine Sensation. In der Weihnachtszeit kamen die Bewohner in die Müllerstube, um das Wunderwerk mit beweglichen Figuren und schwebenden Engeln und angetrieben über Transmissionen  durch das Mühlrad am nahen Harmersbach zu bestaunen. 

Nikolaus Volk aus Steinach zeigt seine wunderbare Rundkrippe im alpenländischen Stil. Die schwäbische Volkskundlerin  Sylvia Schmon, die im nächsten Jahr im Fürstenberger Hof unter dem Motto „Weihnachtsbäume und Weihnachtsträume“ ihre Sammlung zeigt, öffnet im Trachten- und Engelzimmer zum Abschluss des Rundgangs durch die Ausstellung ihr Schatzkästchen mit historischem Christbaumschmuck, Krippen, Spielzeug und Geschenken vor über 100 Jahren, um die Vorfreude auf diese Ausstellung im nächsten Jahr zu wecken.

Schöne Details

Wie in den vergangenen Jahren regen sich wieder viele fleißige Hände. Seit Wochen ist das Krippenteam an der Arbeit. Elisabeth Antes, Hannelore Fix, Ruth Oberpichler, Lioba Schmider, Luitgard Siegesmund, Traudel Siener, Marie-Luise Stauber – alle sind immer aufs Neue entzückt, wenn sie ihre Lieblinge, die Krippenkostbarkeiten aus aller Welt, sehen und immer wieder neue wunderschöne Details entdecken.
 
Mit bunten Kugeln, Lichtern, Christbäumen, bunten Stoffen, Moos, Rinden und Tannenzapfen – einfach mit tollen Ideen und viel Liebe machen sie den Fürstenbergerhof zum Weihnachts-Krippen-Wunderland. Ebenso fleißig im Einsatz sind das Museums­team um Robert Oberföll, der städtische Betriebshof mit Matthias Fritsch an der Spitze sowie Stadtgärtner Tobias Herold und seine Helfer.

Anfragen aus ganz Deutschland zeigen das riesige Interesse an der Ausstellung. Die Pläne für die Aufsicht während der Öffnungszeiten werden derzeit erstellt. Viele Bürgerinnen und Bürger werden noch gebraucht und täglich tragen sie neue in die Aufsichtspläne ein. Zwischen 150 und 200 Helfer sind während der Krippenausstellung im Einsatz.

Geöffnet ist ab Samstag, 29. November, jeweils Montag bis Freitag von 14 – 17 Uhr und an den Wochenenden (Samstag, Sonntag und Feiertage) von 11 – 17 Uhr. 
Sonderführungen sind immer möglich. Kontakt • 07835/4269230 oder • 0170/4337221 und per Mail unterharmersbach@zell.de. oder www.weihnachtshof.de   Weitere Infos: www.fuerstenberger-hof-museum.de. Flyer gibt es auch auf Französisch.

Autor: Hans-Peter Wagner, Offenburger Tageblatt