Ruhe bewahren, Strukturen schaffen

Die kommunale Verwaltung hat alle Hände voll zu tun:

Die Corona-Krise stellt auch den Alltag der kommunalen Verwaltungen auf den Kopf. Im Rathaus laufen viele Fäden zusammen und es werden viele Entscheidungen, auch der übergeordneten Behörden, lokal umgesetzt. Ein Blick ins Bürgermeister-Büro.

Ruhe bewahren, die Dinge ordnen und Strukturen aufbauen, wie es in der momentanen Ausnahmesituation gut funktionieren kann – so lautet der Plan im Zeller Rathaus. Mit den Kollegen im Tal befindet sich Bürgermeister Pfundstein im engen Austausch. »Die Verwaltung wird aktuell bombardiert mit Anfragen,« berichtet Bürgermeister Günter Pfundstein. Verständlich auf der einen Seite. Auf der anderen Seite kommen die Anfragen noch etwas zu früh, denn es passiert gerade von Tag zu Tag so viel, dass sich das Rathaus erst einmal selbst einen Überblick verschaffen muss, bevor die Mitarbeiter detailliert Auskunft geben können. Viele Angelegenheiten gilt es zudem mit den verschiedenen Behörden abzustimmen. Fragen zu Fördergeldern, zu Stundungen, zur Kinderbetreuung und zahlreichen weiteren Themen prasseln auf die Mitarbeiter ein. »Wir arbeiten mit Hochdruck«, versichert Pfundstein. Dutzende Telefonate sind zu führen und hunderte Details zu klären. Da geht es der Verwaltung nicht anders als den Betrieben. Wer übernimmt welchen Dienst? Welche Aufgaben erfordern nicht unbedingt die physische Anwesenheit im Büro? Wie wird die Notfallbetreuung für die Kinder im Detail weiter organisiert? Und, und, und … Auch dafür, wie die Maßnahmen, die Bund und Länder teilweise schon beschlossen haben, in den Kommunen umgesetzt werden sollen, gibt es noch viel Klärungsbedarf. Für eine Lage wie diese gibt es kein Handbuch. Trotzdem müssen tatkräftig Lösungen gefunden werden. Und die – das ist die gute Nachricht – sind auf dem Weg. Außerdem soll der eigentliche Verwaltungsbetrieb noch weitergeführt werden, damit die Wirtschaft nicht ganz zum Erliegen kommt. Das ist eine herausfordernde Aufgabe, die von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus, im Betriebshof und in den Einrichtungen mit großem Elan angegangen wird. Plötzlich ist spürbar, wie wichtig viele Dienstleistungen, die oftmals als selbstverständlich vorausgesetzt werden, sind. Von der Notbetreuung in den Kindergärten bis hin zur Wasserversorgung – trotz Krise muss diese Infrastruktur funktionieren.

Autor: Susanne Vollrath, Schwarzwälder Post