Fördergeld für den Rundofen in Zell a. H.

Rund 116.000 Euro von EU-Programm "Leader"

Rund 166 000 Euro gibt es aus dem EU-Programm „Leader“ für das Industriedenkmal, das nach der Sanierung kulturelle Vielfalt bieten und multifunktionale Begegnungsstätte werden soll.

Ein Gremium aus Vertretern der Wirtschaft, dem Sozialbereich und der Verwaltung hat im Rahmen des EU-Förderprogramms „Leader“ den Förderantrag der Stadt Zell fürs Projekt Rundofen positiv bewertet. Vorsitzender Henry Heller vom Verein Regionalentwicklung Mittlerer Schwarzwald (Leader Aktionsgruppe) übergab am Dienstag Bürgermeister Günter Pfundstein den endgültigen Bescheid des Regierungspräsidiums. 

„Wir wünschen der Stadt, dass das alte Industriegebäude im Rahmen des Projekts ‚Forum Rundofen‘ wieder zu einem pulsierenden Leben erweckt wird“, unterstrich Heller bei seiner verbindlichen Zusicherung der Fördersumme von rund 166 000 Euro. Die Förderkriterien, wie der Beitrag zur kulturellen Vielfalt, die Attraktivität für den Tourismus im Schwarzwald, die Erweiterung von Begegnungsmöglichkeit für die Bevölkerung und die Einbeziehung von Vereinsinitiativen seien in vollem Umfang erfüllt worden.

Multimediale Nutzung

Das Geld ist nicht für die bauliche Sanierung des Rundofens, sondern für die Ausstattung gedacht. Diese soll eine multimediale Nutzung für die unterschiedlichsten Veranstaltungen ermöglichen. Gedacht ist an Ausstellungen, Vorträge Filmvorführungen, Konzerte, Theater und Workshops. 

Als förderfähig wurden Ausgaben in Höhe von 276 900 anerkannt. Der Zuschuss beträgt 60 Prozent dieser Summe. Den Restbetrag von rund 111 000 Euro muss die Stadt  aufbringen.

Im Kellergeschoss, wo ein Ring von neun Feuerstellen den Ofen umgibt, soll an den Wänden die Geschichte der Zeller Keramik und ein Ablauf der Herstellung dauerhaft aufgezeigt werden. In der ersten Brennkammer darüber soll es um die Erlebnisse von Zeitzeugen gehen, die medial vermittelt werden. In der zweiten Brennkammer können ausgewählte Exemplare der Zeller Steingut- und Porzellangeschichte bewundert werden. Die oberste Brennkammer bleibt für besondere Events wie Hochzeiten reserviert.
 
Laut Zells Bürgermeister Günter Pfundstein war es richtig, mit der Sanierung zu beginnen, auch wenn noch kein abschließendes Nutzungskonzept vorlag. Dieses sei nun parallel zu den Baumaßnahmen entwickelt worden. Dabei habe ein Gremium mit Vertretern des Stadtrats, Experten der Architektur, des Innenausbaus, der Keramik und der Geschichte entscheidend mitgewirkt. 

Die Stadt nimmt für das Projekt rund 3,8 Millionen Euro in die Hand. Weil das Vorhaben im Sanierungsgebiet Nordstadt liegt, sei vom Land Baden-Württemberg ein Kostenersatz in Höhe von 1,2 bis 1,4 Millionen Euro zu erwarten, schätzt Pfundstein.
Sobald Rundofen und Treppenhaus überdacht sind, soll im Frühjahr mit der Ausstattung für die Nutzung als Veranstaltungsraum begonnen werden. Bürgermeister Pfundstein rechnet mit einer Eröffnung im Herbst kommenden Jahres.

Autor: Dietmar Ruh, Offenburger Tageblatt