Das Dorf putzt sich heraus

Planung im Ortschaftsrat vorgestellt

Das Erscheinungsbild entlang des Dorfbachs in Unterentersbach soll deutlich aufgewertet werden. Erlebniszonen und Infos zum Kulturgut Bachkuchine im Uferbereich geplant.

In der Ortschaftsratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus Unterentersbach stand die Vorstellung des aktuellen Planungsstands der Dorfstraße im Mittelpunkt. Sigurd Henne vom Planungsbüro bhm (Bresch, Henne, Mühlinghaus) in Bruchsal stellte die Entwurfsplanung vor. Henne stellte zunächst das großräumige Konzept, die Ausführung des Straßenraums, den Entwurf für den Kirchplatz und den Brückenplatz sowie das Konzept der Erlebnisstationen vor. Außerdem informierte er über die geplanten Bodenbeläge, die Beleuchtung, die Ausstattung, die Bepflanzung und die gewünschte barrierefreie Bushaltestelle.

Das Konzept sieht eine „neue Ortsmitte“ zwischen Kirche und Dorfgemeinschaftshaus vor. Außerdem ist eine Aufwertung der Uferzone am Dorfbach in Teilbereichen geplant. Die Brennhäusle sind ein wichtiges Element am Dorfbach. „Sie sind wertvolles regionales Kulturgut“, betonte Henne. Einzelne Stationen am Bach sollen das Leben damals und heute als historischer Erlebnispfad vorstellen. Um die Bachkuchine soll eine einheitliche und natürliche Ansaat einheimischer Pflanzen erfolgen.

Die Stellfallen am Bach können bis auf zwei entfernt werden; dies dient dem Hochwasserschutz und verbessert die Durchgängigkeit, auch für Fische. Ein Großteil der Stellfallen soll umgebaut werden, dadurch werden die Höhenunterschiede verringert. Ortsvorsteher Christian Dumin wies darauf hin, dass die Lage und Anzahl dieser Alternativen zu Stellfallen im Bach noch mit der Genehmigungs-behörde zu klären sind, das Wasserwirtschaftsamt gehört werden muss sowie das Fließgutachten des Ingenieurbüros Wald und Corbe berücksichtigt wird. „Das Gesamtkonzept für den Bach braucht Zeit“, erklärte Dumin. An den Brücken werden teils zusätzliche Geländer als Absturzsicherung oder Pflanzcontainer aufgestellt.

Auf der Dorfstraße soll ein integrierter Fußweg entlang des Bachs entstehen, der die Sicherheit für die Fußgänger erhöht. Der Fußweg wird 1,50 Meter breit und erhält einen bodengleichen Übergang zur Asphaltfläche. Dadurch sind die Fußgänger optisch gleichberechtigt. Verkehrsgeschwindigkeit und Verkehrslärm werden reduziert, da sich die Straßenbreite auf vier Meter reduziert. Der Brückenplatz vor dem Gasthaus soll als herausgehobener Ort neugestaltet werden. Es soll Sitzgelegenheiten unter der kleinen Linde geben, eine neue Pflasterung sowie Fahrradständer. Auch der Brückenplatz beim Gasthaus Schwarz-Weber’s wird umgeplant und neu gestaltet.

„Die Erlebnisstationen erzählen über den Bach“, erklärte Sigurd Henne und stellte sie im Detail vor. Es handelt sich dabei um große Natursteinquader, die eine Öffnung zum Durchschauen haben sowie eine Infotafel. Zwei Stationen sind als Sinnesstationen (zum Sehen und Hören) geplant.

Christian Dumin informierte, dass die Stationen noch mit der Genehmgungsbehörde zu klären sind. Der Fußweg am Bach wird gepflastert; die Straße asphaltiert. Am Gewässerrand sollen einheimische Pflanzen den Bereich begrünen. Einzelne Bereiche können durch die Anpflanzung von Wasserlilien aufgewertet werden.

Ortsvorsteher Christian Dumin erklärte, dass dies lediglich eine Vorplanung sei. Für einzelne Vorhaben brauche es die Unterstützung und das Einverständnis der Anwohner. Er bedankte sich für die Resonanz der Bürger für dieses Projekt: „Weitere Bürgerbeteiligung ist ausdrücklich erwünscht“, betonte Dumin. Als nächsten Schritt heißt es, Genehmigungen einzuholen und mit den Anwohnern zu sprechen, informierte Dumin.
Angesichts einiger offener Fragen soll das Thema Dorfstraße bei der nächsten Ortschaftsratssitzung im Februar 2022 nochmals besprochen werden.

Autor: Gisela Albrecht, Offenburger Tageblatt