Von heißen Öfen und schwarzen Hühnern...

Neue Serie des Offenburger Tageblattes

Der Abschluss der Sanierungsarbeiten am Rundofen liefert die Steilvorlage für eine zwölfteilige Serie im Offenburger Tageblatt über das älteste Unternehmen der Stadt, die Zeller Keramik, von der unter anderem das weltbekannte Dekor "Hahn & Henne" stammt.

Der historische Rundofen wird derzeit saniert, die Arbeiten neigen sich dem Ende zu: Zum Jahresende hin soll die Sanierung fertiggestellt sein, im Frühjahr plant die Stadt die Eröffnung.

Der Rundofen diente der 1794 gegründeten Zeller Keramik von 1842 bis 1942 als Brennofen. Dazu wurde Kaolin benutzt, das aus der Nähe­ der Stadt Limoges nach Zell gebracht, mit Feldspat und Quarzsand gemischt und bei 1100 bis 1400 Grad verflüssigt wurde, sodass die Masse in Gipsformen gegossen werden konnte. Die wahre Meisterleistung dabei war, im Rundofen gleichzeitig drei Brennkammern mit unterschiedlichen Temperaturen zu beheizen. Der Rundofen in Zell gilt als der größte erhaltene seiner Art in Deutschland.
Die Sanierungskosten für das Industriedenkmal betragen rund 3,9 Millionen Euro, von denen das Land übers Sanierungsgebiet Stadtkern Nord rund 1,5 Millionen Euro trägt. Hinzu kommen weitere Förderungen.

Die Stadt lässt sich also ihre keramische Vergangenheit was kosten. Das Offenburger Tageblatt nimmt die Sanierung des denkmalgeschützen Gebäudes zum Anlass, um eine zwölfteilige Serie über die Zeller Keramik zu veröffentlichen. Um die Geschichte der Keramikproduktion, der Unteren und Oberen Fabrik und auch deren Auswirkungen auf die Stadt selbst einmal näher zu beleuchten.

Spuren überall

Auch wenn die Obere Fabrik ihren Betrieb 1963 eingestellt hat, wandeln die Zeller immer noch auf den Spuren von ihr: So wurde aus dem ehemaligen Tellerbau das heutige Kulturzentrum. In der einstigen Fabrikanten-Villa leistet heute die Sozialstation ihre wertvollen Dienst. Und die denkmalgeschützte Villa Haiss der einstigen Eigentümer der Zeller Keramik, Burger und Lenz, später Heinrich Haiss, beherbergt heute ein Museum für zeitgenössische Kunst.

Und nicht zu vergessen: Wäre die Zeller Keramik 1987 nicht insolvent gewesen, würde die Sparkasse nicht da stehen, wo sie heute steht, und auch die Bebauung „Am Park“ oder entlang der Fabrikstraße würde es nicht geben. Damals kauften nämlich Stadt, Sparkasse und die Wohnbau Schwarzwald jeweils große Flächen der ehemaligen Fabrik, die zur Insolvenzmasse gehörten.

Es gibt also viel zu berichten aus der knapp 230-jährigen Geschichte der Zeller Keramik: Über die Anfänge der Firmengeschichte, die Produkte, die Dekore, von denen „Hahn & Henne“ bis heute weltberühmt sind. Aber auch über die vergangenen drei Jahrzehnte. Also die Zeit, in der die Zeller Keramik dem Familienunternehmen Hillebrand gehörte, und über die Zeit, in der der jetzige Geschäftsführer Ralf Müller die Firma übernahm. Genug Material, um damit ab dem 15. Oktober immer freitags eine ganze, bebilderte Zeitungsseite im OT zu füllen, gab und gibt es also genug.

Aber die Serie beschäftigt sich nicht nur mit der Vergangenheit. So schlägt der sanierte Rundofen ein ganz neues Kapitel seiner Geschichte auf, ein moderneres. „Ein historischer Alleskönner“ titelte das OT 2020, als die Pläne für die multifunktionale Begegnungsstätte vorgestellt wurden. Auch der neuen Nutzung ist ein Serienteil gewidmet.

In die Zukunft der Keramikproduktion wird auch Ralf Müller schauen. Der Geschäftsführer der Zeller Keramik Manufaktur äußert sich dazu, wie seine Firma aufgestellt ist und wie er sie zukunftsfähig machen möchte.
Um Zukunft geht es auch, wenn Zells Bürgermeister Günter Pfundstein Fragen zum Keramikareal am Stadteingang beantworten wird. Bekanntlich hat die Stadt das Areal samt Gebäuden erworben. Pfundstein wird erklären, was dort mittel- und langfristig denkbar oder möglich sein wird – und was nicht.

Aktionen für OT-Leser

Nicht zuletzt sind auch Sie, liebe Leser, Bestandteil der Serie. Entweder bei Besichtigungen in der Zeller Keramik oder bei einem exklusiven Rundgang im „neuen“ Rundofen. Über beides wird natürlich berichtet. Und: Wir wollen viele Fotos von Ihnen mit ihrem eigenen Geschirr aus der Produktion der Zeller Keramik samt kleiner Geschichte dazu veröffentlichen. Näheres dazu bald auf Ihrer Zell-Seite im OT!

Autor: Dietmar Ruh, Offenburger Tageblatt