Zell a. H. bekommt schneller das schnelle Internet

Firma UGG baut Leitungsnetz auf eigene Kosten

Die Firma Unsere Grüne Glasfaser GmbH & Co KG aus der Nähe von München will in Eigenregie Glasfasern in der Stadt Zell verlegen und an Telekommunikationsanbieter vermieten. An diese Infrastruktur könnten die Außenbereiche in Regie der Breitband Ortenau anschließen.

„Der Ausbau des schnellen Internets in Zell a. H. kann schon in zwei bis drei Monaten beginnen.“ Das sagte Julia Ochsenmeier, Beraterin der Firma Unsere Grüne Glasfaser GmbH & Co KG (UGG) bei München.

Diese Firma ist neu auf dem Markt und ein Joint Venture der spanischen Gesellschaft Telefonica (O2) und dem Münchener Allianz-Konzern. Der Clou: Der Stadt Zell a. H. entstehen keine Kosten, der Ausbau des Leitungsnetzes erfolgt eigenwirtschaftlich.
Das Geschäftsmodell der UGG sei langfristig angelegt. Ein Return on Investment sei erst in 30 Jahren geplant, erklärte Julia Ochsenmeier. Möglich sei dies durch den kapitalstarken Partner Allianz AG.

UGG baut nur das Leitungsnetz und vermietet danach die Leitungen an Telekommunikationsanbieter. Obwohl O2 mit im Boot sitzt, versprach Julia Ochsenmeier einen Open Access, also einen Zugang für alle Anbieter. „Je mehr mitmachen, umso besser für die UGG“, sagte sie. Ziel sei es, dass jedes Haus einen Glasfaseranschluss bekommt.
 
Dazu will das Unternehmen zunächst die bereits vorhandene Infrastruktur in der Stadt nutzen, zum Beispiel bereits verlegte Leerrohre und sich von dort in Richtung der Außenbereiche vorarbeiten. „Es dauert rund neun Monate vom Beginn, bis die letzte Straße wieder geschlossen ist“, versprach Julia Ochsenmeier.

Im nicht verdichteten Außenbereich werde die Breitband Ortenau GmbH & Co KG aktiv, die das Leitungsnetz dann mit Landes- oder Bundesförderung bauen lässt, an das UGG-Netz andockt und diese Struktur kostenlos nutzen kann. Deren Geschäftsführer Josef Glöckl-Frohnholzer erklärte, dass die UGG ein zuverlässiges Unternehmen ist.

Ziel der Breitband Ortenau KG ist es, im Ortenaukreis bis 2025 alle weißen Flecken (weniger als 30 mbits) verschwinden zu lassen, bis 2026/27 alle grauen (unter 100 mbits). Bis spätestens 2030 soll jedes Haus Glasfaseranschluss bekommen.

Die UGG habe außer an Zell Interesse an Hornberg, Mühlenbach und Oberharmersbach. Julia Ochsenmeier und ihre Kollegin Veronika Tollinger fuhren am Montagabend nach ihrer Präsentation in Zell in den Nachbarort. Weil der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss für die UGG bereits im Mai gefasst hatte, gab es keine Abstimmung mehr, sondern lediglich die Kenntnisnahme.

Autor: Thomas Reizel, Offenburger Tageblatt