Zells Stadtverwaltung zieht bald ins neue Rathaus

Mitarbeiter machen Platz für die Sanierung

Noch ist der neue Rathaus-Anbau in Zell eine Baustelle, doch die Ausbauarbeiten sind auf der Zielgeraden. Mitte Februar sollen die Mitarbeiter der Verwaltung ihre Arbeitsplätze wechseln.

Es ist ein straffer Zeitplan, den sich die Stadt Zell gesetzt hat: In etwas mehr als einem Monat soll der Umzug der Verwaltung in den neuen Rathausanbau erfolgen. Der präsentiert sich aktuell außen und innen noch als Baustelle. Doch Zells Bürgermeister Günter Pfundstein zeigt sich beim Rundgang im neuen Gebäude zuversichtlich: „Die Ausbaugewerke befinden sich auf der Zielgeraden. Wir drücken fest die Daumen, dass es in den letzten Wochen keine krankheitsbedingten Ausfälle gibt und die Firmen den Bauzeitenplan einhalten können.“

Bürgerbüro startet

Läuft alles glatt, so wird das Bürgerbüro mit Tourist-Info und Stadtmarketing ab Mitte Februar in den neu ausgestatteten Räumen im Erdgeschoss ihre Dienstleistungen als zentrale Anlaufstelle anbieten. Doch noch andere Abteilungen werden umziehen: der Bürgermeister selbst, Rechnungsamt/Kasse und Standesamt werden zunächst mit vorhandenem Mobiliar in den Anbau wechseln.

Das Hauptamt hingegen wird bis zur Fertigstellung der Sanierungsmaßnahmen am und im historischen Rathaus vorübergehend in der Alten Kanzlei untergebracht. Pfundstein stellt klar: Erst nach Abschluss der gesamten Sanierungsarbeiten zieht jeder an seinen neuen Arbeitsplatz mit neuem Mobiliar. Das Bürgerbüro bleibt allerdings als erste Anlaufstelle unverändert im Erdgeschoss des Neubaus.

Der Umzug der Verwaltung vom Rathaus alt ins Rathaus neu hat natürlich seinen Grund. Die Gesamtmaßnahme sieht auch die Sanierung des historischen Rathauses vor. Die jedoch kann nur beginnen, wenn das „alte“ Rathaus leer ist. Für die Mitarbeiter ist also Bündeln angesagt.

Server in Betrieb

Ein „bisschen Leben“ herrscht bereits im neuen Gebäude des Rathauses. Im Untergeschoss sind bereits die Server in Betrieb. Und die Heizung läuft auch schon. Da die Fenster schon eingesetzt sind, ist es beim Rundgang mit dem Offenburger Tageblatt angenehm warm im Neubau.

Ansonsten gibt es aber noch viel zu tun. „Die Fußböden werden noch verlegt. Die Einbaumöbel sowie die Raumtrennungen im Bürgerbüro müssen noch installiert werden; auch die Treppengeländer fehlen beispielsweise noch. Schließlich sind die Malerarbeiten und sonstige Restarbeiten noch zu koordinieren“, nennt Günter Pfundstein die Marschroute der nächsten Zeit. Im März/April wird dann auch die rötlich-braune Betonstein-Fassade außen angebracht. Die findet sich übrigens auch innen in Teilen wieder, so im Foyer.

Mitarbeiter packen an

Der eigentliche Umzug möchte die Stadt auf wenige Tage beschränken und mit eigenen „Bordmitteln“ stemmen. Das heißt, Mitarbeiter des Betriebshofs sowie der Verwaltung werden selbst mit anpacken. Die Telefonanlage/EDV muss dann nur noch „umgesteckt“ werden.

Bürgermeister Pfundstein bittet jetzt schon um Verständnis, dass es in der Umzugsphase den ein oder anderen Tag geben wird, an dem das Rathaus geschlossen ist. „Es ist uns bisher schon sehr gut gelungen, die Arbeiten ohne größere Einschränkungen für die Bürger durchzuführen. Wir werden alles daran setzen, dass das bis zum Abschluss der Baumaßnahmen so bleibt.“ Pfundstein weiter: „Wir sparen erhebliche Kosten ein, indem wir kein Ausweichgebäude während der Bauzeit beziehen mussten und müssen“.

Natürlich interessiert es die Zeller, wie es im neuen Rathaus aussieht. Ist ein Tag der offenen Tür geplant? Pfundstein: „Soweit es die Corona-Kontaktbeschränkungen zulassen, ist mit der Eröffnung des Bürgerbüros im Februar/März ein Tag der offenen Tür vorgesehen. Gleichzeitig wollen wir die Räume im alten Rathaus der Öffentlichkeit zugänglich machen, um sich ein Bild über den inzwischen schlechten Gebäudezustand machen zu können oder aber, um noch einmal einen letzten Blick in die alten Räume zu werfen. Die Idee dazu wurde geboren, nachdem ich von einigen Zellern gefragt wurde, ob das möglich sei.“

Wie notwendig auch die Sanierung des historischen Rathauses ist, verdeutlicht Günter Pfundstein an einer spontanen Mängelliste: So gab es Wasserschäden und Schimmelbildungen im Altbau, die Elektroleitungen sind veraltet, teilweise liegen Kabel noch über Putz und enden in Kippschaltern. Viele Deckenleuchten und Heizkörper sind defekt, Bodenbeläge und Fliesen sind lose. Auch die Toiletten sind teils defekt und nicht mehr zeitgemäß. Insgesamt weist der Altbau auch erhebliche energetische Mängel auf.

im Herbst 2023 soll die Sanierung des historischen Gebäudes abgeschlossen sein und damit das gesamte Rathausprojekt. Die Gesamtkosten einschließlich Förderung werden sich auf rund neun Millionen Euro belaufen.

Autor: Dietmar Ruh, Offenburger Tageblatt