Strukturreform bei Zeller Feuerwehr läuft weiter

Rettungsingenieur Fabian de Rossi stellt im Zeller Gemeinderat den überarbeiteten Feuerwehrbedarfsplan vor. Bürgermeister Günter Pfundstein zieht eine Zwischenbilanz seiner Gespräche.

Rettungsingenieur Fabian de Rossi vom Büro "Brandschutz vier" stellte den überarbeiteten Feuerwehrbedarfsplan für Zell dem Gemeinderat vor (wir haben bereits vorab berichtet). Zells Bürgermeister Günter Pfundstein ordnete den Plan so ein: "Dieses Gutachten ist eine Grundlage für die Arbeit der Feuerwehr, den wir als Gemeinderat zur Kenntnis nehmen. Was wir daraus machen, bleibt aber unsere Entscheidung."

De Rossi erläuterte, dass der Bedarfsplan sowie das beschlossene Standortkonzept vom 28. April 2025 der Überarbeitung zu Grunde gelegen hätten. "Beim Personal betrachten wir die aktuell real verfügbaren Einsatzkräfte", erklärte der Experte, wie die Zahl von 64 im Plan zustande gekommen sei, mit denen die Stärke für Tag- und Nachtverfügbarkeit simuliert worden war.
 
Dabei ergebe sich für Zell laut de Rossi "ein sehr gutes Bild", nachdem die Einsatzkräfte durch die Zentralisierung nicht mehr in drei Gruppen aufgeteilt seien. Vom realen Bedarf bei größeren oder länger laufenden Einsatz sei die Wehr Zell aktuell "noch etwas entfernt", wie es de Rossi ausdrückte.  Er bezifferte diesen Bedarf auf etwa 80 bis 90 Einsatzkräfte.
 
Detailliert ging er auf die bauliche Situation im Gerätehaus "im Steinenfeld" ein und benannte bauliche Veränderungen wie Arbeitsschutzanforderungen, größeren Platzbedarf und gestiegene Sicherheitsauflagen, die es stärker zu berücksichtigen gelte.
 
Empfehlung gegeben
 
Bei den Einsatzfahrzeugen seien ein Mannschaftstransportwagen und ein Schlauchwagen durch die Zentralisierung weggefallen, ein LF 16/12 könnte durch ein LF 20 ersetzt werden. Dies sei nur eine Empfehlung von ihnen als Gutachter, welcher der Gemeinderat nicht zwingend folgen müsse.
 
Unterharmersbachs Ortsvorsteher Jürgen Isenmann zeigte sich erfreut, dass die Schutzziele innerhalb der vorgegebenen Zeit erreicht würden und wollte wissen, warum der Gutachter hauptamtliches Personal in Erwägung ziehe.
 
Personalgewinnung
 
"Das ist ein gut gemeinter Hinweis. Inzwischen gibt es hauptamtliches Personal oft schon bei Kommunen mit etwa 5000 Einwohnern", sagte de Rossi und nannte als Grund eine zunehmende Professionalisierung im Feuerwehrwesen.
Unterentersbachs Ortsvorsteher Christian Dumin fragte nach erfolgreichen Strategien zur Personalgewinnung. Hierzu verwies der Gutachter auf Kampagnen zur Öffentlichkeitsarbeit sowie auf die Nachwuchsarbeit in der Kinder- und Jugendfeuerwehr.
 
Persönliche Gespräche
 
Wie geht es jetzt weiter in Sachen Strukturreform bei der Zeller Feuerwehr? Zum Abschluss des Projekts sei noch eine Umfrage unter den Einsatzkräften als Stimmungsbild vorgesehen, erläuterte de Rossi. Bürgermeister Günter Pfundstein erinnerte daran, dass mit Alexander Zwick am 1. März der neue Kommandant die Verantwortung übernehmen werde.
 
Außerdem werde die Stadt Zell alle Betriebe anschreiben, um für neue Einsatzkräfte in der Belegschaft zu werben. Aus dem Nachwuchs kämen perspektivisch fünf neue Atemschutzgeräteträger hinzu, sagte Pfundstein.
 
Von den beurlaubten 20 Wackelkandidaten habe er mit fünf inzwischen ein persönliches Gespräch geführt, die alle aus "nachvollziehbaren Gründen" aufhören wollten. Ihm seien berufliche Gründe, Weg- oder Umzug oder fehlende Zeit genant worden, bei den verbleibenden 15 "gebe ich nicht auf", betonte Pfundstein. Er werde an dem Thema dran bleiben, bis eine finale Entscheidung gefallen sei.
 
Der weitere Weg sei genau vorgezeichnet, bereits im März seien erste Versammlungen wie in Unterharmersbach geplant.Mitte 2026 werde es eine neue Feuerwehrsatzung geben, eine neue Führungsstruktur und eine neue Mannschaft für die Gesamtwehr-Führung, als Termin nannte er Juni 2026.
 
"Wir haben uns Zeit gegeben bis 2027, die neue Struktur auf den Weg zu bringen. Ich bin sicher, dass wir für die nächsten Jahre besser aufgestellt sein werden", sagte der Bürgermeister am Montag im Gemeinderat. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Autor: Markus Adler, Offenburger Tageblatt