
Jonas Baral geht in Aufgabe auf
Zell hat einen neuen Leiter der Kindertagesstätte „Villa Regenbogen“. Die bisherige Leiterin Bianca Golla tritt als Stellvertreterin ins zweite Glied zurück.
„Vom Team und von den Eltern bin ich hier sehr gut aufgenommen worden und fühle mich hier sehr wohl“, erzählt Jonas Baral, „ich bin total begeistert.“ Seit dem 1. November leitet der Lahrer den städtischen Kindergarten "Villa Regenbogen". Seine Vorgängerin Bianca Golla hat sich aufgrund ihres privaten Terminkalenders auf eigenen Wunsch in die zweite Reihe zurückgezogen und ist seine Stellvertreterin.
Aufgrund des üblichen Vorweihnachtstrubels hatte die Stadt beschlossen, die Vorstellung des 25-Jährigen auf den ruhigeren Januar zu verschieben. „Ein männliches Gesicht bei uns in der Erziehung ist immer noch eher selten“, sagte Zells Bürgermeister Günter Pfundstein, nach eigenen Worten selbst „frisch gebackener Opa“.
„Ich denke, es ist eine andere Ansprechform männlicherseits an die Kinder, was glaube ich auch ganz gut ankommt“, fuhr der Rathauschef fort. Jonas Baral bestätigt das. „Eine Frau wirkt auf eine Weise, ein Mann wirkt auf andere Weise“, erklärte er.
Ganz wertvoll sei es für die Kinder immer, findet er, eine männliche Bezugsperson zu haben. Eben weil nicht überall auch männliche Bezugspersonen zu Hause vorzufinden seien, „finde ich es im Kindergarten wirklich sehr wichtig und auch schön, dass sich jetzt immer mehr Männer dafür entscheiden, in diesen Beruf zu gehen und sich da ranzutrauen“, sagte Baral.
Nach seiner Erfahrung seien Eltern sehr froh über männliche Ansprechpartner und Vorbilder. Die Arbeit als solche ändere sich nicht, durch die Tatsache, dass sie durch eine Frau oder einen Mann erledigt werde. „In Bezug auf die Arbeitsqualität spielt das Geschlecht keine Rolle“, betont Baral.
Als aktiver Fußballer in seinem Heimatort hatte er drei Jahre lang die F-Jugend trainiert und in seinem Freiwilligen Sozialen Jahr im Kindergarten erste Erfahrungen gesammelt. „Da habe ich gemerkt, dass der soziale Bereich was für mich ist, dass ich gerne mit Kindern zusammenarbeite.“
Nach seiner Ausbildung zum Erzieher war er in diesem Beruf zwei Jahre bei der Stadt Lahr tätig, „teilweise auch als Abwesenheitsvertretung unseres Leiters“. Auf diese Weise sammelte er erste Erfahrungen in der Verwaltung und im Management des Kindergartenbetriebs. „In Richtung Leitung zu gehen war schon früh mein Plan – und die Erfahrungen, die ich in der Verwaltung sammeln durfte, haben mich darin bestätigt.“
In Zell wurde er fündig, gewann gute Eindrücke beim Hospitieren und entschied sich daher dafür, die Stelle anzunehmen. Zumal die Größe der Lahrer Kindertagesstätte mit insgesamt vier Gruppen vergleichbar war mit der nun neuen Arbeitsstelle in der „Villa Regenbogen“.
Ausschlaggebend für seine Zusage seien zwei Dinge gewesen: die Lage in wunderbarer Landschaft und das pädagogische Konzept: „Meine Stelle hier in der 'Villa Regenbogen' ist genau das, was ich mir vorgestellt habe“, sagt Baral.
Autor: Inka Kleinke-Bialy, Offenburger Tageblatt
