
Wanderung in der Partnerstadt Baume-les-Dames
Schwarzwaldverein Zell
Bei schönstem Wanderwetter hat sich der Schwarzwaldverein Zell und die Wanderfreunde der Städtepartnerschaft Baume-les-Dames und Zell am Harmersbach zu einer Wanderung verabredet, zu einem Rendezvous, in das 216km entfernte Baume-les-Dames. Die Verabredung war entstanden bei der Wanderung des Schwarzwaldvereins Zell, im Mai 2025, wo eine große Wandergruppe des USB-Montagne aus Baume-les-Dames zu uns in Zell Gast war. Mit dabei, Bürgermeister Günter Pfundstein.
Städtepartnerschaft
Der Freundeskreis zwischen Baume-les-Dames und Zell am Harmersbach entwickelte sich schon in den 90er Jahren. Am 13.05.1990 wurde die Verschwisterungsurkunde durch die damaligen Bürgermeister Marc Pétrement (Bürgermeister Baume-les-Dames) und Hans-Martin Moll (Bürgermeister Zell a. H.) unterschrieben. So entstand ein Freundeskreis beider Partnergemeinden. Da wurden zum Beispiel die Prämierung der besten Französisch Schüler an der Ritter von Bus Schule geehrt, auch haben die Freunde aus Baume-les-Dames regelmäßig einen Stand auf dem Nikolausmarkt. Auch nehmen sie seit vielen Jahren am Preismaskenball an der Zeller Fasend teil. Der Freundeskreis Baume-Les-Dames kümmert sich sehr um die Pflege dieser Partnerschaft. Er initiiert die regelmäßigen Treffen, welche immer abwechselnd in Zell oder Baume-Les-Dames stattfinden. Beim Nikolausmarkt 2025 fand der Eintrag der vier Bürgermeister von damals und heute ins Goldene Buch der Stadt Zell a. H. statt. Mit dabei, die aktuellen Bürgermeister für Baume-les-Dames: Arnaud Marthey und Zell am Harmersbach, Herr Günter Pfundstein.
Baume-les-Dames
Baume-Les-Dames hat 5600 Einwohner, liegt direkt an dem Fluss Doubs, zwischen Besançon und Montbéliard, befindet sich im Jura und liegt 280 Meter über dem Meeresspiegel. Aus der um 400 n. Chr. gegründeten Abtei Baume-les-Nonnes, die hauptsächlich Mädchen aus Adelsfamilien aufnahm, entwickelte sich das geistliche Zentrum der Region. Das heutige Baume-les-Dames hat im Stadtkern sein mittelalterlicher Charme mit zahlreichen schönen Bürgerhäusern bewahrt und ist von Handel und Gewerbe geprägt. Die Landwirtschaft ist auf der Hochfläche über dem Tal angesiedelt, hauptsächlich mit Milchvieh. Das Tal des Doub ist dicht bewaldet und ein herrliches Wandergebiet. Auch der Rhein-Rhone Kanal führt durch baume-les-Dames, wo es auch ein kleiner Jachthafen mit einigen Schiffen gibt.
Wanderung
Nachdem der Bus der Zeller Wandergruppe ankam, gab es zuerst einmal ein inniges Begrüßen und für manche ein Wiedersehen, für andere ein Kennenlernen der Wandergruppe aus Baume-les-Dames. Sehr gastfreundlich bei Kaffee und Gebäck wurden wir empfangen.
Aufgrund der angekündigten großen Hitze und der großen Wandergruppe von über 65 Personen wurde umdisponiert und die Wanderung in den kühlen Wald verlegt, anstatt das Croix Cartard auf der Hochfläche zu besteigen. Die Wanderung war landschaftlich herrlich ausgewählt, im kühlen Wald. Völlig entspannt gab es überall in der großen Wandergruppe Gespräche. Selbst wer zuvor gesagt hatte, „ich kann kein französisch“ fand sich plötzlich in einer zweisprachigen Unterhaltung wieder. Irgendwie ging es dann doch.
Die Wanderung war sehr naturnah, im kühlen Wald, durch Ruinen im Wald am Grunde der Steilwand aus weißem Kalkstein, ein wunderschöner Wanderweg. Es war der Lieblingswanderweg von dem Präsidenten der Städtepartnerschaft Roger Bellperin. Sicher war es die richtige Entscheidung, bei Temperaturen um die 30°.
Les Pipes
Nach einer 2-stündigen Wanderung erreichten wir den Rastplatz beim Ecomuseum Les Pipes. In der alten stillgelegten Pfeifenfabrik „Ropp Pipes“ wurden früher Tabakpfeifen hergestellt, die in der ganzen Welt bekannt und begehrt waren. Die Pfeifenschäfte wurden gefertigt aus Vogelbeerbaum und auch aus Wurzelholz aus dem Wald der Region. Im Holzlagerschuppen der alten Fabrik hatten die Mitglieder des USB-Baume-les-Dames schon Tische und Bänke aufgestellt und regionale Spezialitäten für uns bereitgestellt. Eine ausgelassene Stimmung und interessante Gespräche über Gemeinsamkeiten, über den Käse und die selbstgemachte Wurst, den Wein und überhaupt das französische Picknick und die seit 36 Jahren bestehende Städtepartnerschaft.
Geschichte
Hinzugesellt hat sich inzwischen der Historiker Yves Bailly, der begann die Geschichte von „Les Pipes“ mit einer Mappe von Bildern zu vermitteln, währen seine Frau übersetzt hat. Die große Wandergruppe setzte sich wieder in Bewegung, entlang am Ufer des Doubs in Richtung Altstadt. Yves Bailly begann zu erzählen von der früheren Berufsschifffahrt auf dem Doubs, dem Handel früher und heute und der Besiedlung. Bei der Marina überquerten den Doubs mit dem Ziel der Altstadt. Die regional typischen Gebäude sind aus weißem Kalkstein sind schon zum Teil aus dem 17. Jahrhundert. Nach Besichtigung der Sehenswürdigkeiten St. Martin und das original erhaltene Turmhaus, Maison Turelle, eingebettet in die historische Altstadt gelangten wir zum ehemaligen Nonnenkloster Abbay, wo wir wieder herzlich empfangen wurden.
Abschied
In der ehemaligen Klosterkirche der Abbay de Baumes-les-Dames trafen wir zu unserer Überraschung auf Gründungsmitglied und ehemaliger Bürgermeister, Herr Marc Pétrement der mit 92 Jahren bei bester Gesundheit und sehr erfreut war uns begrüßen zu können. Bürgermeister von Zell, Herr Günter Pfundstein und der Bürgermeister von Baume-les-Dames waren dabei, ebenso Herr Roger Belperrin, Mitbegründer und Initiator vieler Kontakte der Städtepartnerschaft, viele private Kontakte waren hinzugekommen, um uns zu verabschieden. Geschenke wurden ausgetauscht und den Organisatoren der Wanderfahrt Jean Pelleteret und Manfred Brosamer gedankt, bevor wir die Heimreise antraten.
Deutsch französischen Bürgerfond
Die Fahrt wurde gefördert vom Deutsch-französischen Bürgerfond mit dem Ziel, unsere Partnerstadt Baumes-les-Dames erlebbar zu machen, die Vertiefung der Sprache und Geschichte, Erkundung der Natur und dem Kulturerbe, und auf Basis von bürgerlichem Engagement den europäischen Zusammenhalt stärken.

